Umzugscheck

Damit die Vorbereitung Eures Umzuges problemlos „über die Bühne geht“, sind einige Regeln zu beachten und Maßnahmen zu veranlassen. Plant also rechtzeitig. Folgende Punkte helfen Euch dabei:

 

Vor der Wohnungssuche

Lest in Eurem derzeitigen Mietvertrag zur Kündigungsfrist nach und bis wann die Kündigung bei Eurem jetzigen Vermieter vorliegen muss. Nur wenn im Mietvertrag nichts anderes vereinbart ist, gelten die Kündigungsfristen des BGB. Die Kündigungsfrist ist deshalb wichtig, damit Ihr bei verspäteter Kündigung nicht doppelt Miete zahlen müsst.

Bedenkt: Wenn Ihr Eure jetzige Wohnung bereits während der Wohnungssuche kündigt, muss Euer Vermieter eine Rücknahme der Kündigung nicht akzeptieren. Er kann darauf bestehen, dass Ihr die Wohnung pünktlich räumt. Schafft Ihr das dann nicht, kann der Vermieter die aktuelle Miethöhe nach Mietspiegel oder auch einen (begründeten) Schadensersatz fordern. Bei ein paar Tagen Verzug wird er das sicher nicht tun, aber... Hat er z. B. schon einen Nachmieter, seid Ihr verpflichtet, den entstehenden Mietausfall (Differenz zwischen Ihrer Miete und der des Nachfolgers) zu zahlen.

Hat allerdings der Vermieter selbst ein Interesse an Eurem Auszug (weil er z. B. modernisieren oder umbauen möchte), könnt Ihr durchaus eine verkürzte Kündigungsfrist verhandeln.

Wie immer im Leben: Wichtig ist die Kommunikation. ;-)

Noch etwas: Nun, da Ihr umziehen wollt, fangt möglichst früh an, zu überlegen, was mit Euch umziehen soll und was aussortiert werden kann. Günstig ist es, Euch auch gleich nach dem nächsten Sperrmülltermin zu erkundigen, falls auch Möbel, Teppiche usw. aussortiert werden sollen. 

Auskunft zu den Sperrmüllterminen erhaltet Ihr bei der Stadtwirtschaft direkt.

 

Die passende Wohnung ist gefunden – was nun?

Es ist bei vielen Vermietern üblich, einen Vorvertrag zum Mietvertrag abzuschließen. Dieser stellt sicher, welche Wohnung zu welchem Preis an Euch vermietet wird und sollte in jedem Fall auch das Datum der Bezugsfähigkeit enthalten. Außerdem können Leistungen vereinbart werden, die der Vermieter oder Ihr selbst noch vor Bezug in der zukünftigen Wohnung erbringen sollt (Ausstattung und Zustand der Wohnung). Es könnte jedoch auch gleich ein richtiger Mietvertrag werden. Der Vorvertrag bietet den Vorteil, dass Ihr ein Rücktrittsrecht vereinbaren könnt, mit einem Mietvertrag habt Ihr Euch sofort gebunden…

Prüft den angebotenen Mietpreis genau auf seine Zusammensetzung. 

Ein Trick mancher Vermieter besteht darin, die Betriebs-und Heizkostenvorauszahlungen zu niedrig zu kalkulieren. Wenn Ihr erst einmal in der Wohnung wohnt, können hohe Nachforderungen auf Euch zukommen. Bei kalten Betriebskosten unter 0,90€ je Quadratmeter solltet Ihr stutzig werden. Heizkosten richten sich nach der Art der Beheizung, sollten jedoch ebenfalls nicht unter 0,80€ je Quadratmeter liegen.
Zu empfehlen ist auch, bei einem der Hausbewohner zu klingeln und nachzufragen, wie zufrieden sie mit dem Wohnklima, dem Service des Vermieters, den Nachbarn usw. sind – dies sind wichtige Kriterien, die für Euer Wohlfühlen in der neuen Wohnung von Bedeutung sein können. Betrachtet auch die Sauberkeit der Umgebung, des Treppenhauses usw., um hieraus Schlüsse zu ziehen, ob Ihr Euch später hier wohlfühlen können.

Nachdem Ihr den neuen Mietvertrag abgeschlossen habt, solltet Ihr schnellstmöglich Euren bestehenden Vertrag kündigen. Die Kündigung muss generell schriftlich erfolgen. Es gilt nicht das Datum der Absendung, sondern das Datum der Vorlage der Kündigung beim Vermieter. Deshalb lieber einige Tage früher absenden (Einschreiben) oder persönlich abgeben und den Empfang quittieren lassen. In der Regel muss die Kündigung bis zum 3. Werktag vorliegen. Das heißt, es zählt u.U. auch der Samstag mit. Sonn-und Feiertage zählen hingegen generell nicht als Werktag.

Viele Kabelfernsehanbieter haben Kündigungsfristen von 3 Monaten, weshalb Ihr auch hier auf eine rechtzeitige Kündigung achten solltet. Zur Not kommt Ihr auch mal eine Weile ohne Fernsehen aus.

Vereinbart möglichst kurzfristig einen Vorabnahmetermin mit Eurem Vermieter. Die Vorabnahme dient dazu, in der alten Wohnung noch notwendig werdende Arbeiten abzusprechen und dies sollte auch protokolliert werden. So könnt Ihr Euch ein Bild vom Aufwand machen und deren Umsetzung einplanen bzw. organisieren

Schönheitsreparaturen richten sich nach den mietvertraglichen Vereinbarungen. Es ist in jedem Falle günstig, wenn Ihr nachweisen könnt, wann Ihr das letzte Mal renoviert habt. Ist das nicht möglich, richtet sich die Abnahme und ggf. Renovierungsforderung durch den Vermieter nach den jeweiligen vertraglichen Bestimmungen. Die Rechtsprechung zu den Schönheitsreparaturen (mit starren Fristen oder offenen Fristen) ist häufig überarbeitet worden, so dass selbst Fachleute manchmal die Übersicht darüber verlieren, was richtig und was falsch ist. Gültigkeit hat in jedem Fall folgendes:

In fast allen Mietverträgen ist vereinbart, dass der Mieter während der Mietzeit die Schönheits­reparaturen vorzunehmen hat. Ist bei Beendigung des Mietverhältnisses ersichtlich, dass die Wohnung über die Maßen hinaus abgenutzt ist oder farbliche „Verschönerungen“ vorgenommen wurden, die nicht üblich sind, muss der Mieter die Mängel beseitigen.

Haben Ihr Eure Wohnung farbig gestaltet, muss dies – selbst wenn die Renovierung erst kurz zurück liegt – der Vermieter nicht akzeptieren. Die übliche Farbgebung für Wände, Decken, Rohrleitungen, Heizkörper, Fenster und Türen ist weiß. Bei Türen ggf. auch holzfarben. Orange Türen, dunkelblaue Decken und grün gestreifte Wände entsprechen z.B. nicht der üblichen Farbgebung ... So sieht es jedenfalls der Gesetzgeber.

Habt Ihr Einbauten zu entfernen, muss dies rückstandsfrei geschehen. Dazu gehören u.a. Klebereste von Deckenplatten oder Bohrlöcher. Am besten Ihr versetzt Euch gedanklich in die Lage eines Vermieters und schaut Eure Wohnung einmal mit dessen Augen an. Ein Vermieter wird immer überlegen, ob er die Wohnung in diesem Zustand einem anderen Mietinteressenten anbieten kann. Er darf aber eben auch keine unzumutbaren Forderungen stellen

Wenn Ihr einen Nachmieter findet, der Eure Wohnung im jetzigen Zustand übernimmt, seid Ihr fein raus. In der Regel besteht dann der Vermieter nicht darauf, dass Ihr die Wohnung wieder herrichten müsst.

Aber: Der Vermieter muss den von Euch gefundenen Nachmieter nicht akzeptieren, wenn z. B. Gründe in der Person liegen (Einkommensverhältnisse, Schulden, Vorstrafen u.ä.).

Klärt schließlich auch die Rückzahlungsmodalitäten der Kaution (zahlbar ca. 6 Monate nach Beendigung des Mietverhältnisses). Habt Ihr bisher in einer Genossenschaftswohnung gewohnt und jetzt Eure Mitgliedschaft gekündigt, richtet sich die Rückzahlung der Genossenschaftsanteile nach der jeweiligen Satzung. Kaution und Genossenschaftsanteile können vom Vermieter für die Begleichung seiner Forderungen verwendet werden. Dann muss der Vermieter jedoch genau aufrechnen. Billiger wird´s in jedem Fall, wenn Ihr die erforderlichen Leistungen selbst erbringen könnt. Sie sollten fachgerecht, müssen aber nicht fachmännisch (z.B . wie die Ausführung durch eine Firma) durchgeführt werden.

Die Zeit, in der die Kündigungsfrist läuft, sollten Ihr dazu nutzen, ein geeignetes Umzugs­unternehmen oder viele, viele Freunde zu finden.

Im Falle eines Umuzgsunternehmens vereinbart am besten einen Pauschalpreis und definiert detailliert, schriftlich den Umfang der Leistungen (auch z. B. die Anzahl der Kartons).

Sammelt so früh, wie möglich Packmaterial (Zeitungspapier).

Etwa 3 bis 4 Wochen vor dem Umzugstermin solltet Ihr schon die folgenden Institutionen von Eurem Wohnungswechsel (neue Anschrift und Umzugstermin) informieren, damit Ihr den eigentlichen Umzug stressfrei vorbereiten und durchführen können:

  • Krankenkasse
  • Arbeitgeber
  • Geld-und Kreditinstitute
  • Finanzamt
  • Versicherungen
  • Rundfunk-und Fernsehanstalt (GEZ)
  • Deutsche Post (Nachsendeauftrag)
  • Telefonanbieter
  • Zeitungsanbieter (Abonnement)
  • Arbeitsamt
  • Familienkasse
  • BAföG-Amt

 

In der Regel genügt die Meldung schriftlich und formlos.

Spätestens 2 Wochen vor dem Umzug solltet Ihr endgültig damit anfangen, Sperrmüll auszusortieren und zu entsorgen oder zu verschenken. Außerdem solltet Ihr Euren Hausmeister über den Umzugstermin informieren, falls Ihr den Fahrstuhl benutzen müssen.

Die Umzugskartons erhaltet Ihr nach Absprache mit dem Umzugsunternehmen. Je nach Umfang des Umzugsgutes und nach Zahl Ihrer Helfer genügen 3-5 Tage zum packen.

Packt die Kisten nicht zu voll, damit sie sich noch ordentlich stapeln lassen. Schwere Gegenstände nach unten legen und leichte Sachen obenauf. Zerbrechliches kann man gut mit Handtüchern, Pullovern oder Zeitungspapier umhüllen. Teller werden hochkant gelagert. Wäsche, Bettzeug u.ä. kann prima in Müllsäcken verstaut und transportiert werden.

Die wichtigsten Utensilien für den persönlichen Gebrauch für den Abend vor dem Umzug und den Umzugstag selbst packt Ihr am besten in eine extra Tasche. Dazu gehören zum Beispiel Waschzeug, Kleidung, Papiere/ Dokumente, Geld, evtl. Essen und Getränke. Zieht am Umzugstag bequemes Schuhwerk an und tragen Sie bequeme Kleidung.

Am Nachmittag oder am Abend vor dem Umzug Pflanzen noch einmal ausgiebig gießen und in geeignete Behältnisse packen. Große Pflanzen abstützen und bei Frost durch Umhüllung schützen. Jetzt sollte auch der größte Teil der Möbel demontiert sein, falls dies das Umzugsunternehmen nicht selbst erledigt.

Denkt auch daran, vor dem alten und dem neuen Haus eine Fläche für den Umzugswagen zu reservieren. Manche Umzugsunternehmen bieten diesen Service auch an – man muss aber meistens danach fragen.

Die offizielle Übergabe der neuen Wohnung sollte vor Eurem Einzug passieren, damit eventuelle Mängel noch entdeckt und beseitigt werden können. Besteht darauf, dass ein Übergabeprotokoll angefertigt wird, damit es später nicht zu Streitigkeiten kommt. Das Übergabeprotokoll ist Bestandteil des Mietvertrages und für beide Parteien bindend.

Gleiches gilt für Euren alten Vermieter: Auch hier müsst Ihr eine ordentliche Wohnungsübergabe durchführen. Leistungen oder Mängel, die der Vermieter jetzt nicht fordert und protokolliert, kann er später nicht nachfordern. Hinweis: Forderungen aus Beendigung eines Mietverhältnisses (außer Mietforderungen) verjähren nach 6 Monaten.

Die Aufnahme von Zählerständen (Gas, Strom, Wasser, Heizung) erfolgt bei der Wohnungsabnahme. Viele Vermieter bieten auch den Service und nehmen die Abmeldung/ Anmeldung gleich für Euch mit vor, so dass Ihr keinen Extraaufwand habt.

Sind noch Leistungen in der alten Wohnung zu erbringen, kann der Vermieter nur in ganz wenigen Fällen verweigern, dass Ihr die Mängel in Eigenleistung beheben. In der Regel sind die Ausnahmefälle entsprechend im Mietvertrag vereinbart.

Die Ummeldung beim Einwohnermeldeamt sowie die KfZ-Ummeldung muss innerhalb von ­14 Tagen erfolgen. Nicht vergessen: die zu ändernden Papiere mitnehmen!

Der guten Nachbarschaft förderlich ist es, wenn Ihr Euch n den Tagen nach Ihrem Umzug bei allen Mietparteien im Haus vorstellt. Das ist eine nette Geste und vielleicht braucht Ihr ja in der nächsten Zeit noch hin und wieder Unterstützung oder Auskünfte.