Alles, was Ihr über das Wohnen wissen müsst ...

An dieser Stelle bekommt Ihr einen Überblick über die verschiedenen Wohnformen und was Ihr sonst noch alles im Zusammenhang mit Euren (ersten?) vier Wänden berücksichtigen müsst:

Kleiner Tipp bevor es losgeht: Viele wichtige Infos findet Ihr auch auf der Seite Umzugscheck, wir empfehlen Euch daher, diese nicht erst kurz vor dem Umzug zu lesen ...  ;-)

Die unterschiedlichen Wohnformen im Überblick:

Studentenwohnanlage

Die Studentenwohnanlagen werden vom Studentenwerk Halle, einer Anstalt des öffentlichen Rechts, betrieben. Dies geschiehtz auf Grundlage des Studentenwerksgesetzes, in der Ihr die gesetzlichen Aufgaben nachlesen könnt. Lest mehr dazu unter www.studentenwerk-halle.de/wir-ueber-uns .

Die wichtigsten Fakten zu den Studentenwohnanlagen für für Euch sind:

  1. Ihr könnt zwischen Einzelapartment, Doppelapartment und Gruppenapartment wählen. Je nachdem, für welchen Typ Ihr Euch entscheidet, wohnt Ihr allein oder mit Euren Kommilitonen zusammen.
  2. Die Mietfläche umfasst beim Einzelapartment logischerweise das gesamte Apartment. Beim Doppel- oder Gruppenapartment sind in der Angabe der Mietfläche immer auch anteilig die Gemeinschaftsflächen z. B. Küche und Bad enthalten.
  3. Die Studentenwohnanlagen finden sich sowohl in der Innenstadt als auch auf in unmittelbarer Nähe zu den Hochschuleinrichtungen.
  4. Ihr zahlt immer eine Komplettmiete, d. h. "all inclusive" und erhaltet keine nachträgliche Betriebskostenabrechnung.
  5. Die meisten Studentenwohnanlagen sind an das Datennetz der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angebunden, so dass Ihr nicht nur schnell surft, sondern von Eurem Zuhause aus auch auf die Netzwerkresourcen z. B. elektronische Bibliothekskataloge zugreifen könnt.

 

Mietwohnung

Wenn Ihr Eure eigene Wohnung anmietet, habt Ihr die meisten Freiheiten: Ihr entscheidet selbst ob und mit wem Ihr zusammen wohnen wollt, wie Ihr etwas gestaltet usw.
Ihr seid aber auch für alles selbstständig verantwortlich, d. h. Ihr steht beispielsweise ganz allein für alle Verbräuche und die jährliche Betriebskostenabrechnung ein.
Die wichtigsten Fakten zur Mietwohnung für Euch sind:

  1. Ihr seid der Chef und könnt und müsst Euch um alles kümmern.
  2. Die Mietkosten sind zunächst immer nur als Kaltmiete angegeben. Hierzu kommen immer noch die Nebenkosten, bestehend aus Heizung und Warmwasser sowie den Betriebskosten beispielsweise für eine Hausreinigung, einen Hausmeisterservice usw. Die Nebenkosten hängen stark von Eurem Verbrauch ab, sodass Ihr bei Vertragsschluss zwar einen Richtwert genannt bekommt, die tatsächliche Höhe hängt aber in erster Linie von Euch selbst ab. Dazu kommt in jedem Fall noch ein Vertrag für den sog. Haushaltsstrom mit einem der vielen Energieanbieter.
  3. Die Mietfläche ist die gesamte Fläche der Wohnung.

 

Wohngemeinschaft

Die Wohngemeinschaft, also die klassische WG ist ein Angebot, bei der Ihr die Vorteile des gemeinsamen Wohnens - wie auch im Doppel- oder Gruppenapartment einer Studentenwohnanlage - habt, ohne, dass Ihr Euch Gedanken machen müsst, wo und wie Ihr Eure Mitbewohner finden müsst. Ebenfalls keine Gedanken müsst Ihr zur Haftung für Eure Mitbewohner machen: Jeder der WG-bewohner schließt einen eigenen Mietvertrag ab.
Die wichtigsten Fakten zur Wohngemeinschaft sind:

  1. Ihr wohnt in Wohngemeinschaften mit mindestens einem und maximal 4 Mitbewohnern (dann in der 5er WG) zusammen.
  2. Der Mietpreis ist die Warmmiete, d. h. auch hier sind die Nebenkosten mit in Eure monatliche Miete kalkuliert aber ihr müsst zusätzlich noch einen Vertrag mit einem Anbieter für Strom abschließen.
  3. Die Mietfläche gibt nur die Größe Eures eigenen Zimmers in der WG an, d. h. tatsächlich nutzt Ihr mehr Fläche durch die Gemeinschaftsräume wie Bad und Küche. Diese Fläche ist bereits in die Warmmiete eingerechnet.

 

Was solltet Ihr bei der WG noch beachten? 

Häufig kommt es zu Missverständnissen, wenn es um Mietverträge mit mehr als nur einem Mieter geht, so genannten Wohngemeinschaften. Wohngemeinschaften sind in der Praxis häufig, im deutschen Mietrecht aber so nicht vorgesehen. Prinzipiell gibt es drei Behelfskonstruktionen:

1. Haupt- bzw. Untermietverhältnis

Ein Bewohner ist Hauptmieter, die anderen Untermieter. Dann hat der Hauptmieter aber die Möglichkeit, missliebige Mitbewohner im Konfliktfall auf die Straße zu setzen, während er selbst nicht antastbar ist. Unterschiedliche Mietverträge und unterschiedliche Rechte für Haupt- und Untermieter verhindern eine Gleichstellung der WG-Mitglieder. Das kann dazu führen, dass der Hauptmieter unbemerkt weniger Miete zahlt, dagegen von seinen Untermietern mehr Geld kassiert. Umgekehrt ist er allein dafür verantwortlich, dass regelmäßig Miete gezahlt wird, wenn ihn seine WG-Mitbewohner hängen lassen, muss er für die Gesamtmiete allein gerade stehen. Ebenso haftet er für alle Schäden, die der oder die Untermieter beim Gebrauch der Wohnung womöglich verschulden. Da es keine vertraglichen Beziehungen zwischen Vermieter und Untermieter gibt, können sich auch sonst keine Maßnahmen des Vermieters gegen den Untermieter richten. Verstößt z.B. der Untermieter wiederholt gegen die Hausordnung, wird trotzdem der Hauptmieter Adressat der Abmahnung(en) des Vermieters sein. In solchen Fällen ist in der Regel eine Betriebskostenpauschale zwischen Mieter und Untermieter vereinbart, so dass der Untermieter diesbezüglich keine Nachforderungen zu fürchten braucht. Der Vermieter selbst kann jedenfalls nichts vom Untermieter fordern. Der Hauptmieter kann die gesamte Wohnung kündigen, ohne das Einverständnis seiner Untermieter einzuholen. Der Untermieter erfährt auch nichts davon, wenn der Vermieter die Wohnung gekündigt hat.

2. Der klassische Fall

Alle sind Hauptmieter, jeder ist im Mietvertrag mit dem Vermieter als Mieter genannt. Im Mietvertrag ist festgehalten, dass an eine Wohngemeinschaft vermietet wird. Das ist der klassische WG-Fall. Der Vermieter hat es dann mit mehreren Mietern zu tun anstatt mit einem und die Mieter können vom Vermieter im Normalfall verlangen, dass bei Auszug einer Person ein neues Mitglied aufgenommen werden kann. Jeder haftet für die volle Wohnungsmiete, nicht nur für seinen Anteil. Sollte ein Mitbewohner also seine Miete nicht bezahlen, müssen die anderen dafür gerade stehen und seinen Anteil begleichen. Diese Gesamthaftung gilt in allen Bereichen: Bei Schäden in der Wohnung stehen alle Mieter dafür gerade. Diese Variante setzt ein gewisses Vertrauen in die Mietpartner voraus. Betriebskostennachforderungen oder Guthaben betreffen alle gleichmäßig. Ist also ein Mieter hier sparsamer als der andere, sind Diskussionen programmiert.

Die Kündigung des Mietvertrages kann nur durch die Wohngemeinschaft insgesamt erfolgen. Können sich die einzelnen Mitglieder nicht auf ein einheitliches Handeln festlegen, kann jedes WG-Mitglied nach § 723 BGB die Wohngemeinschaft als Gesellschaft beenden und dann die Zustimmung zur Beendigung des Mietverhältnisses von den anderen WG-Mitgliedern verlangen. Dies kann aber durch ein Gerichtsverfahren sehr lange dauern. In dieser Zeit ist die Kündigung nicht wirksam, so dass Miete von allen weiter zu zahlen ist. Umgekehrt kann auch der Vermieter nur allen Mitgliedern einer WG kündigen.

3. Jeder mit eigenem Vertrag

Jeder schließt einen separaten Mietvertrag innerhalb einer Wohnung für ein Zimmer ab. Gemeinschaftsräume werden gleichrangig genutzt. Jeder haftet dann nur für sich. Für den Mieter vorteilhaft ist, dass er, auch wenn er zunächst nur alleiniger Mieter ist, nicht die gesamten Kosten tragen muss und auch sonst von seinem Mitbewohner unabhängig ist. Allerdings bestimmt der Vermieter in der Regel, wer einzieht, ein Mitspracherecht bei der Auswahl der WG-Bewohner besteht nicht. 

Der Vermieter hat es mit vielen Mietern zu tun – das ist arbeitsaufwändiger und mit höheren Risiken verbunden, weil der Vermieter auf den Kosten sitzen bleibt, wenn ein Bewohner keine Miete zahlt oder ein Zimmer zeitweise nicht vermietet ist. Betriebskosten sind in der Regel mangels individueller Verbrauchsmessung pauschal vereinbart. In anderen Fällen werden diese nach Flächenanteilen unter den Mietern verteilt.

 

 

Nun noch einige  Informationen, die auf den ersten Blick klar scheinen, weil man täglich drüber spricht, aber so einfach ist es bei genauer Betrachtung dann doch nicht ...

Was ist ein Mietvertrag? -  Der Mietvertrag

Durch den Abschluss eines Mietvertrags verpflichtet sich der Vermieter, die Wohnräume zur Benutzung zu überlassen und im vertragsgemäßen Zustand zu erhalten. Du als Mieter/in bist verpflichtet, die Wohnung nur im festgelegten Rahmen zu benutzen und dafür einen bestimmten Preis, die Miete, zu bezahlen. Außerdem sind Nebenkosten für Wasser, Heizung usw. zu zahlen.

Ein Mietvertrag erfordert mindestens eine Einigung darüber,

  • wer Mieter/in und wer Vermieter ist, 
  • welche Wohnung ver-/gemietet wird, 
  • wann das Mietverhältnis beginnt und 
  • wie hoch die Miete ist.

 

Mietverträge bedürfen zu ihrer Wirksamkeit keiner Form, sie können mündlich oder schriftlich abgeschlossen werden. Der mündliche Vertrag ist jedoch die Ausnahme. 

Kündigung durch Mieter

Kündigung des unbefristeten Mietvertrags 

Der Mieter braucht keinen Grund für die fristgemäße Kündigung.

Die gesetzliche Kündigungsfrist für eine ordentliche Kündigung durch Mieter/innen beträgt grundsätzlich drei Monate, wenn nichts anderes vereinbart ist. Eine andere Vereinbarung darf aber nicht zum Nachteil des Mieters sein – sie ist dann unwirksam. 

Die Kündigung muss immer schriftlich von allen Vertragspartnern unterschrieben erfolgen und bis zum dritten Werktag eines Kalendermonats zugehen, damit dieser Monat mitzählt (§ 573 c Abs.1 BGB). Geht sie später zu, so verschiebt sich die Frist um einen Monat. 

Der Vermieter braucht immer einen Grund zur Kündigung. Eigenbedarf oder der Abriss des Hauses wären denkbare Gründe. Ansonsten ist es nur möglich, wenn der Mieter seine Pflichten erheblich verletzt, z.B. Mietschulden bestehen oder dieser sich nicht angemessen verhält.

Verlängerte Kündigungsfristen für den Vermieter

Für den Vermieter verlängert sich die gesetzliche Kündigungsfrist in Abhängigkeit von der Mietdauer. Sie beträgt sechs Monate bei einer Mietdauer von mehr als fünf Jahren und neun Monate bei einer Mietdauer von mehr als acht Jahren. 

Nachweis des Zugangs der Kündigung

Achtung! Man muss die Kündigung so zustellen, dass im Streitfall der Zugang nachgewiesen werden kann. Dazu haben Sie drei Möglichkeiten:

  • Einschreiben und Rückschein besser noch Einwurfeinschreiben
  • Einwurf in den Briefkasten beim Vermieter oder Verwalter im Beisein eines Zeugen, der auch den Inhalt Ihres Schreibens kennen muss;
  • Übergabe an den Vermieter oder Verwalter, wobei Sie sich die Entgegennahme auf Ihrer Kopie des Schreibens quittieren lassen (sonst: Zeugen, s. o.)